Die Kunst des Schreibens

Diese Website widmet sich einem viel zu selten behandeltem Thema: Der Kunst des guten Schreibens. Gutes Texten ist mehr als Rechtschreibung und Grammatik, es ist eben eine Kunst. Dabei kommt es vor allem darauf an, wofür der Text gedacht ist, welchen Zweck er haben soll. Wer soll ihn lesen, wo soll er erscheinen? Wir haben versucht, anhand einiger Beispiele etwas davon zu vermitteln, was für uns gutes Texten ist…

Feder und Tinte - Der Anfang von allem

Ein guter Text lässt sich relativ einfach identifizieren, selbst dann, wenn der Leser so gar nicht weiß, worauf es überhaupt ankommt. Schlechter Text liest sich langweilig, kann den Leser nicht packen, und schneller als man denkt, werden erst wenige Zeilen und schließlich ganze Absätze übersprungen. Außerdem verliert der weniger gute Text sich in immer und immer wieder gelesenen Floskeln („Da ist für jeden etwas dabei“) und Aneinanderreihungen von Allgemeinwissen, für das der interessierte Leser nun wirklich keinen fachmännischen Bericht braucht.

Bei Produkttests sollten Sie beispielsweise nie die offensichtlichen Fähigkeiten eines Geräts beschreiben. Sätze wie „mit diesem Fernseher können Sie ganz prima TV schauen“ sind wenig hilfreich und verleiten den Leser schnell dazu wegzuschauen, denn es tritt automatisch das Gefühl zutage, dass der Autor des Artikels die Leser entweder für dumm hält, oder – noch schlimmer –, dass er sich schlicht nicht mit dem Gerät auskennt.

Beschreiben Sie stattdessen einzigartige Fähigkeiten des Geräts und widmen Sie sich den großen Stärken des Produkts – und auch den Schwächen! Kehren Sie keine offensichtlichen Unzulänglichkeiten unter den Teppich. Wenn der Sound der neuen Lautsprecher miserabel ist, dann schreiben Sie das auch so. Denn noch etwas hassen die Leser: Unehrlichkeit bei angeblich seriösen Produkttests.

Eine andere Abteilung sind die Reiseberichte. Auch hier gilt: Beschreiben Sie nicht, wie schön schief der Schiefe Turm von Pisa ist. Das weiß bereits jeder, damit locken Sie niemanden hinter dem Ofen hervor. Schreiben Sie stattdessen einen lebendigen Tatsachenbericht, gehen Sie aus sich heraus und widmen Sie Ihren Artikel lieber der durchzechten Nacht in einem kleinen Lokal, als der x-ten Beschreibung des Louvre. Diese Ehrlichkeit wird einen engeren Kontakt zu Ihren Lesern herstellen, welche sich im Anschluss denken werden: „Mensch, die haben wirklich Spaß gehabt.“

Ein wenig anders sieht es bei den Hoteltests aus. Bleiben Sie dort ruhig sachlich und beschreiben Sie nüchtern die Begebenheiten vor Ort. Weisen Sie auf Missstände hin, verschweigen Sie nichts. Denken Sie daran: Nach Ihrem Hoteltest planen möglicherweise viele Familien Ihren nächsten Urlaub. Natürlich wollen Sie nicht dafür verantwortlich sein, dass jemand sein Geld wegen Ihnen zum Fenster rausschmeißt, oder?